Wandern: Wohltat für Körper und Geist

In diesem Artikel wollen wir Dir einen Einblick verschaffen, warum das Let's Flow Team vom Wandern begeistert ist und welche positiven Effekte es auf die körperliche und psychische Gesundheit hat.

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Rund 10% der Deutschen gehen gerne und regelmäßig in ihrer Freizeit wandern (Statista, 2021) und schon Goethe war bekannt für seine Wanderlust, und behauptete "Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen". Aber was begeistert uns am Wandern, und wie trägt diese Aktivität zu unserem körperlichen und geistigen Wohlbefinden bei?

Wer zu Fuß über Stock und Stein unterwegs ist, bringt durch die Bewegung den Kreislauf in Schwung und der Körper wird besser durchblutet. Muskeln, Sehnen und Bänder werden gestärkt und gerade, wenn wir regelmäßiger aktiv sind, werden Herz- und Atemmuskulatur effektiver und machen uns nachhaltig körperlich gesünder und resilienter. Auch im Gehirn kommt bei Bewegung mehr sauerstoffreiches Blut an und die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und Endorphine wird angeregt. Diese sorgen dafür, dass komplexe körperliche Vorgänge wie Verdauung und Schlaf-Wach-Rhythmus besser reguliert werden und bewirken nebenbei, dass wir uns dabei gut fühlen. Nicht ohne Grund nennt man Endorphine auch Glückshormone! Außerdem kann diese Anregung dabei helfen, dass wir fokussierter und konzentrierter werden. Schon Hippokrates sagte: “Gehen ist des Menschen beste Medizin”. 

Sportliche Aktivität, vor allem ein Ausdauersport wie das Wandern, sind also gut für unsere körperliche und geistige Gesundheit. Warum ist aber wandern in der Natur besser, als einen langen Spaziergang durch die Stadt zu machen oder einfach nur auf dem Laufband die Kilometer abzudrücken? 

In einer wissenschaftlichen Studie (Hartig et al., 2003) ließ man Menschen die berichteten, durch den Job gestresst zu sein, einen Spaziergang machen. Eine Gruppe lief durch die Stadt, die andere durch den Wald. Nach dem Spaziergang maß man dann bei beiden Gruppen den Cortisolspiegel, also den physiologischen Indikator des Stresslevels. Und tatsächlich, die Studienteilnehmer*innen, die durch den Wald liefen, waren am Ende entspannter, als die, die nur durch die Straßen der Stadt schlenderten.

Noch beeindruckender sind die Studienergebnisse (Ulrich et al., 1991), dass schon allein das Betrachten von Landschaftsbildern für eine Stressabnahme sorgen kann. Hier maß man die Herzfrequenz, die ein weiterer physiologischer Indikator von Stress ist, bei Studienteilnehmer*innen, die entweder Bilder von Naturumgebungen oder Städten betrachteten.

Natur entspannt uns, das ist also sogar wissenschaftlich nachweisbar. Aus der gewohnten Umgebung und dem Arbeitsalltag herauszukommen und den Blick stattdessen durch die Natur streifen zu lassen, hilft uns dabei, die Perspektive zu wechseln und Probleme aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Schon der dänische Philosoph Kierkegaard meinte: “Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann”. Beim Wandern hat man Zeit, einfach die Gedanken streifen zu lassen und sich auf nichts konzentrieren zu müssen und es lädt dazu ein, mal das Handy auszuschalten und nicht erreichbar sein.

Im Vergleich zu anderen Sportarten hat das Wandern dann noch einen tollen Vorteil: Die Herausforderung und Intensität der Bewegung lässt sich individuell besonders gut variieren. Es gibt kurze Runden und kilometerweite Wanderrouten, möchte man ein bisschen mehr ins Schwitzen kommen, geht man in einem schnelleren Tempo oder sucht sich einen steileren Weg. Steht die Laune eher nach einem entspannenden Spaziergang, dann lässt es sich in einem ruhigen Gehtempo vor sich hin schlendern. Auch kann man sich beim Wandern aussuchen, ob man Lust auf Gesellschaft und Austausch mit anderen Menschen hat oder ob man doch lieber eine stille Wanderung, in Ruhe mit den eigenen Gedanken, bevorzugt.

Bei jeder Wanderung lässt sich aufs Neue entscheiden, was man gerade braucht und so kommt man auch in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen und schult sein Achtsamkeitsvermögen. Achtsamkeit bedeutet, mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein, mit allen seinen Sinnen. Dazu lädt die Natur wunderbar ein: Kurz innezuhalten und den Wind spüren, der über die Haut streicht oder die Sonne, die einem ins Gesicht scheint. Die frische Luft einatmen und die anderen Gerüche, die je nach Jahreszeit und Wetterlage in der Landschaft noch so zu entdecken sind. Vielleicht steht man nach einem langen und mühseligen Aufstieg endlich auf der Bergspitze und kann den phänomenalen Ausblick genießen. Kennst Du das erhabene Gefühl und den Stolz, den Aufstieg aus eigener Muskelkraft geschafft zu haben, welches sich aber doch, angesichts dieser Weite, mit dem Gefühl von Demut und dem Kleinerwerden der eigenen Probleme mischt?

Am Ende einer Wanderung in der Natur hat man also vielleicht neue Ideen für seinen Alltag mitgenommen, hat sich und seinen Körper mal wieder gespürt und jede Zelle mit neuem Sauerstoff versorgt. Der Cortisolspiegel ist gesunken, man hat die Natur um sich herum und sich selbst achtsam wahrgenommen oder ist einfach mal wieder zur Ruhe gekommen. Das alles sind fantastische Argumente, mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren und loszulaufen. Worauf wartest Du?

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